Mein erster Beitrag 🙂
Wow, ich kann es noch gar nicht glauben, ich habe es geschafft! Mein erster Blog-Beitrag!
Als der Gedanke in mir wuchs, einen eigenen Blog auf die Beine zu stellen, hatte ich ehrlich gesagt keine Ahnung, was da an Arbeit, Entscheidungen, durchgemachten Nächten und Frust über meine mangelnden Technikkenntnisse auf mich zu kommen würde.
Aber hey, ich habe es geschafft!
In meinem ersten Artikel möchte ich gerne all die Informationen, die ich über die Jahre über mein Lieblingshaustier zusammen getragen habe, mit dir teilen.
Denn damals, in meinem Entscheidungsprozess, ob ich eine Schlange als Pflegling bei mir aufnehmen möchte und dann natürlich, welche Art am besten zu mir passt, da habe ich alle Informationen in mich aufgesaugt. Ich habe versucht, so viel wie möglich zu lesen, um eine gute Entscheidung treffen zu können.
Ich kann also sehr gut verstehen, wenn es dir gerade genauso geht.
Doch genug geredet (oder besser gesagt geschrieben). Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und Stöbern!
Systematik
Die Madagaskar Hundskopfboa hat ihren deutschen Namen aufgrund ihrer auffälligen Kopfform und ihrem ausschließlichen Vorkommen auf Madagaskar.
Zum ersten Mal wurde die baumbewohnende Schlange im Jahr 1844 von den französischen Zoologen André Marie Constant Duméril und Gabriel Bibron als Xiphosoma madagascariense beschrieben und ihren heutigen Namen Sanzinia madagascariensis erhielt sie im Jahr 1849 von John Edward Gray.
Die Gattung Xiphosoma wurde bereits 1824 vom deutschen Zoologen Johann Georg Wagler über eine südamerikanische Schlangenfamilie eingeführt, die heute als Gartenboa oder Hundskopfboa bekannte Corallus hortulanus. Später wurden alle Arten der Gattung Xiphosoma anderen Gattungen zugeordnet. Die äußere Ähnlichkeit der südamerikanischen Gartenboa und der madagassischen Sanzinia ist wohl auf eine zufällige Parallelentwicklung und Spezialisierung in einem ähnlichen Lebensraum, nicht aber auf genetische Ähnlichkeit zurück zu führen.
Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde ordnet die Madagaskar Hundskopfboa in der inneren Systematik der Schlangen folgendermaßen zu:
- Schlangen (Serpentes)
- Überfamilie Booidea (Boaartige)
- Familie Boidae (Riesenschlangen)
- Unterfamilie Sanziniinae (Madagaskarboas)
- Gattung Sanzinia
Es wird seit 2004 zwischen zwei Unterarten der Sanzinias unterschieden, der Östlichen Madagascar Hundskopfboa (Sanzinia madagascariensis madagascariensis), deren Lebensraum sich über den Tieflandregenwald entlang der Ostküste erstreckt und der Westlichen Madagaskar Hundskopfboa (Sanzinia madagaskariensis volontany), die im Norden, Süden und an der Westküste der Insel lebt.
In den letzten Jahren wurden im Süden der Insel auch einzelne gräuliche und orangefarbene bis rötliche adulte Exemplare gesichtet. Ob es sich dabei um bisher unbeschriebene Unterarten handelt, ist noch nicht bekannt.
Lebensraum / Verbreitung
Im Süden kommen sich die Lebensräume der beiden Unterarten sehr nahe, die dichtesten Fundorte liegen laut Borer nur etwa 50 km entfernt, so dass auch eine Überschneidung der Lebensräume nicht ausgeschlossen werden kann.
Die Fundorte beider Arten lagen meist unterhalb von 1.000 Meter Meereshöhe, in seltenen Fällen bis 1.300 m NN. Im zentralen Hochgebirge der Insel wurde die Sanzinia bisher nicht gesichtet.
Beschreibung / Körperbau
Interessanterweise variiert die Angabe zur Länge der Sanzinia je nach Quelle von 150 bis 250 cm.
Mein Bock stammt aus einer Nachzucht von 2017 und ist aktuell etwa 130 cm lang, während mein Weibchen von 2019 auf etwa 110 cm kommt.
Laut Borer erreichen bei im Terrarium gehaltenen Tieren die Weibchen eine Länge von maximal 180 cm und ein Körpergewicht von 2 bis 3,5 kg und die Männchen bleiben mit maximal 150 cm Länge und 1 bis 2 kg Gewicht deutlich kleiner. Aber auch er beschreibt Ausnahmefälle mit bis zu 230 cm Länge.
Während die Jungtiere bis zu einem Alter von etwa 2 bis 3 Jahren bräunlich gefärbt sind, sind adulte Exemplare grün mit einem gleichmäßigen dunklen Rautenmuster, das oft von weißen Linien umrahmt ist und auch in der Mitte einen weißen Fleck aufweist. Der Bauch ist ebenfalls sehr hell oder gar weiß.
Besonders gut gefällt mir die schwarze Linie, die sich vom Auge zum Mundwinkel zieht und die Zunge, die ebenfalls sehr dunkel ist, leicht ins bläuliche geht.
Der Kopf hebt sich sehr deutlich vom Hals ab und hat eine dreieckige oder fast eine Herzform, die an der Schnauze abgeflacht ist.
Da sich Sanzinias auch gerne auf Bäumen aufhalten, haben sie einen sehr kräftigen Körperbau. Der Schwanz fungiert beim Klettern wie ein Greifarm, um sich an Ästen zu halten. Die Männchen haben gut sichtbare Aftersporne.
Fortpflanzung:
Das ist ein besonders spannendes Kapitel für mich. Laut Borer erreichen Weibchen mit 3,5 – 4 Jahren die Geschlechtsreife. Mein Weibchen ist jetzt knapp 3 Jahre alt, so dass ich nächsten Winter einen ersten Versuch starten kann. Paarungszeit ist von November bis März und findet meist nachts statt. Die Tragezeit scheint stark zu variieren und wird in verschiedenen Quellen mit 5-6 oder 6-8 Monaten angegeben, wonach die Jungtiere lebend geboren werden und sich wohl im Gegensatz zu anderen Boa-Arten direkt häuten.
Charakter:
Bei meinen beiden Tieren handelt es sich um ruhige aber durchaus neugierige Tiere. Sie sind dämmerungsaktiv. Das heißt, dass sie sich tagsüber in der Regel in ein Versteck zurückziehen und abends herauskommen, manchmal ausgiebig das Terrarium erkunden und dabei gerne Kletterangebote annehmen. Danach ziehen sie sich wieder an einen gut getarnten Ort am Boden zurück und lauern auf Beute. Wenn ich ihnen diese in Form einer aufgetauten Ratte anbiete, wird die Mahlzeit zwar nur in sehr seltenen Ausnahmefällen abgelehnt, sie gehen es aber gemütlich an, es wird nicht gleich zugeschnappt, sondern erstmal ausgiebig bezüngelt. Auch beim Verschlingen selbst, lassen sich die Sanzinias deutlich mehr Zeit als die Kornnatter.
Während sich das Weibchen nicht dafür interessiert, wenn ich das Terrarium öffne, dreht das Männchen sofort den Kopf zur Geräuschquelle und bewegt sich auf mich zu. Ich weiß nicht, ob sich darin unterschiedliche Charaktereigenschaften erkennen lassen oder ob es am unterschiedlichen Alter oder Geschlecht der Tiere liegt.
Doch über Charaktereigenschaften von Schlangen möchte ich gerne einen eigenen Blogeintrag schreiben.
Ich hoffe, dass dir mein Blog gefällt und freue mich schon auf deine Kommentare und deinen nächsten Besuch auf meiner Seite.
Quellen:
Markus Borer: Madagaskarboas. Acrantophis und Sanzinia. Lebensweis, Pflege und Fortpflanzung, 2013
Frank Glaw und Miguel Vences: A fieldguide to the amphibians and reptiles of Madagascar, 2007
Systematik der Schlangen laut DGHT: https://schlangen.dght.de/files/Systematik-der-Schlangen-30.06.2022.pdf
